Gucci im Wandel: Von Sexiness zu Nerdiness

Es war einmal ein angeschlagenes, italienisches Modelabel Anfang der neunziger Jahre: Gucci kurz vor dem Ruin. Bis sich der junge Amerikaner Tom Ford dem Hause annimmt und ein Frauenbild erschafft, das nicht verschwindet: High Heels, Jeans, wallende Mähne, Schmollmund, aufgeknöpfte Bluse, Handtasche. Tragbar – mit einem Funken Glamour.

Früh erkennt Ford, dass Mode mehr ist als nur Kleidung. Für ihn spiegelt sie sich in der Musik bis hin zum Interior wieder. Er ist ein aufmerksamer Beobachter, spürt die Wünsche der modernen Frau – und erfüllt sie. Die Gucci-Kleidung strahlt Sex-Appeal aus. Seine Kollektionen für Gucci sind von Freizügigkeit und Elementen der sechziger und siebziger Jahre geprägt,
die Models verkörpern den Sleek-Look, der typisch für Gucci wird. Auch Hollywood reißt sich schnell um die Marke und den charmanten Designer.
Sex-Appeal durch Gucci-Mode.

In seinen Kollektionen für Gucci beschäftigt sich Ford intensiv mit dem Thema Sexualität und Erotik – inspiriert durch den exzessiven New Yorker Club Studio 54. Auch zu seiner Homosexualität und Beziehung zu Modejournalist Richard Buckley bekennt er sich offen. Aufsehen erregt Gucci mit pornografisch-offensiven Werbekampagnen, die Ford mit der damaligen Chefredakteurin der französischen Vogue, Carine Roitfeld, inszeniert. Laut Ford sehen Frauen nackt am schönsten aus und das zeigt er jede Saison: „Sex is something that I
think about all the time.“ 1995 entwirft er eine blaue Samtjacke und eine mit Perlen besetzte Hose für Gucci, 1999 einen weißen Mantel mit verknotetem Ledergürtel und einem weißen Fuchs um die Schultern – inspiriert von Sängerin und Schauspielerin Cher. Bekannt ist Gucci auch für mit Kristallen bestickte Abendkleider. Tom Ford prägt den Look bis heute. Frida Giannini führte Gucci von 2006 bis Januar 2015.

Frischer Wind für Gucci – Alessandro Michele verändert den Gucci-Look

Nachdem bekanntgegeben wurde, dass sich der Kering-Konzern von Frida Giannini trennt, kam kurz darauf der Nachfolger Alessandro Michele ins Gespräch. Der rassige Typ mit langen, dunkelbraunen Haaren und Bart arbeitet bereits seit zwölf Jahren als Stellvertretung von Giannini und ist für Accessoires und Lederwaren verantwortlich. Michele kennt die Abläufe von Gucci in- und auswendig, trotzdem erhielt er nie große Aufmerksamkeit. In weniger als fünf Tagen entwirft Michele eine Kollektion für Gucci und ändert damit auch den kompletten Look von Gucci. Keine Sexiness mehr, dafür nerdige Androgynität und wilde Exzentrik. Kurz darauf folgt die Damenkollektion: Übergroße Nerdbrillen, Pussy-Bow-Blusen, Elemente der vierziger Jahre und der Hippiezeit verwandeln Gucci von sexy zu modern mit nerdigem Twist. Der Italiener kennt die Archive von Gucci, er will der Marke eine neue Attitüde verpassen und wird dabei vom CEO Marco Bizzarri unterstützt.

In seiner ersten Damenkollektion für Gucci interpretiert Michele die Tradition des Hauses neu. Alte Elemente erscheinen auf einmal wieder in neuer und moderner Interpretation. Er kombiniert bunte Retromuster miteinander. Dazu tragen die Models die klassischen Gucci-Loafer mit Pelzbesatz. Nerdbrillen kreuzen übergroße Schleifen an der Bluse und Dekorosen am Handgelenk. Auf einmal wirkt es cool, wie die eigene Oma herumzulaufen. Seine Kollektion steht für den Kreativchef voller Sinnlichkeit und Individualität.

Hier findest du die schönsten Vintage Stücke von Gucci im Catchys Katalog.

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