Burning Man: Der Style-Guide für Sie & Ihn

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Move over, Coachella! – während Coachella lange Zeit als das hippste und coolste Festival die Sommersaison toppte, scheint es, als wäre es mittlerweile nur zu einer reinen Werbeveranstaltung für Social Media-Models und Wannabe-Blogger mutiert. Für viele bedeuten die beiden Coachella-Wochenenden eine Auszeit von Instagram, da man nahezu von allen Seiten mit sich immer wiederholenden Posts der Veranstaltung bombadiert wird. Und während von einigen Jahren noch kreative, persönliche Looks von Modeikonen wie Paris Hilton und co. es Wert waren, dem Festival Beachtung zu schenken, dominieren von den selben fünf Stylisten vorsichtig kurierte Looks die Outfits der A-Promis, während sich die B-, C-, D- und Instagrampromis oft nur Kopien davon abliefern. Und spätestens als die US-Vogue diesen April einen Artikel mit „Coachella Street Style Is Officially Over“ veröffentlichte, war die Message bei den meisten Beobachtern der Modewelt angekommen.

Doch es gibt auch andere Gründe, die dafür sprechen, sich von Coachella vorerst abzuwenden – Philip Anschutz, CEO vom Entertainment-Giganten AEG und Besitzer von Golden Voice / Coachella, ist schon häufiger negativ aufgefallen, indem er radikale US-amerikanische Politiker, die sich gegen LGBT-Rechte, gegen das Recht der Abtreibung und gegen Gun Control einsetzen, mit hohen finanziellen Summen unterstütze.
Das Hippie-Festival mit Wannabe Woodstock Feeling und einem Repertoir aus liberalen Künstlern wie Beyoncé, Eminem und The Weekend als Headlinern erweist sich also als alles andere als liberal hinter den Vorhängen.

Deshalb wenden wir unsere Aufmerksamkeit vorerst einem anderen Festival zu – dem Burning Man.

Gegründet von Larry Harvey und John Law aus Liebeskummer im Jahr 1986 fand das erste Burning Man Festival vorerst nur mit 20 Teilnehmern am Baker Beach, einem Strand auf dem Gelände des Presidio in San Francisco, statt. Schon da aber war das Highlight des Festivals das Verbrennen eines hölzernen Mannes – doch mit jährlich steigernder Besucherzahl war es dann zu riskant, offenes Feuer zu legen. So wurde 1990 das Verbrennen der Statue verboten. Zudem zog das Festival aus Platzgründen in die Black-Rock-Wüste nach Nevada und der „Burning Man“ wurde als Neonfigur präsentiert.

Mittlerweile wird die Veranstaltung jährlich von über 70.000 Menschen besucht und der „Burning Man“ wurde mit der Zeit immer höher – von einer Höhe von 2,4 Metern bei seiner Uraufführung erreichte er 2014 die Rekordhöhe von 32 Metern.
Das Besondere – neben einer leuchtenden oder gar brennenden Statue – an dem Festival ist, dass zu dem Zeitpunkt eine gesamte kleine Stadt mitsamt Krankenhaus – seit 1995 Black Rock City genannt -dafür auf- und dann wieder abgebaut wird.
Seit dem selben Jahr findet das Festival unter verschiedenen Mottos statt die skurrile Titel wie „Fertility“ (zu Deutsch „Fruchtbarkeit“), „Wheel of Time“ („Rad der Zeit“), „The Floating World“ („Die schwebende Welt“) oder „Radical Ritual“ („Radikales Ritual“ tragen.

Und während die Coachellas Blümchenkronen langsam aber sicher verwelken, begeistert uns der Stil, der auf dem Burning Man aufblüht.
Die über 30 Geschichte des Festivals kann auf eine Menge wilder Outfits bis zu elektischer Looks zurückblicken, die auch heute noch schockieren und begeistern.

Das allererste Burning Man war noch sehr casual gehalten und war noch weit weg von den Looks, die wir heute lieben und kennen – 1989 trugen die Besucher schlichte Jeans, Overalls und T-Shirts. Sehr zeitlos und unangestrengt wurde damit aber der erste Baustein gelegt, auf dem sich ein Spektakel an Kostümen aufbauen konnte.

Es dauerte auch nicht lange, bis sich die Szene des Burning Man langsam in ein modisches Fest verwandelte – es zeigten sich im Laufe der Jahre mehr und mehr Experimentierfreude mit Mode und von der Punk-Bewegung inspirierte Outfits drängten sich mehr und mehr in den Vordergrund, während aber auch casual Looks immer willkommen waren.

Ein Highlight der Burning Man Modegeschichte stellte wohl 1993 dar, als sich ein Besucher bei 38 Grad in einem Santa Claus Kostüm mitsamt festlicher Zeltdekoration und Weihnachtsbaum präsentierte. Generell wurden Kostüme sehr beliebt unter den Teilnehmern und auch die auftretenden Bands entwickelten mehr und mehr künstlerischen Anspruch an ihre Bühnenoutfits und -präsentationen.

In den 90er Jahren wurde Drag zu einem großen Trend bei dem Burning Man – traditionelle Geschlechterrollen wurden demoliert und nach eigenen Vorstellungen frei ausgelebt. Eine in San Francisco basierte Organisation, die „Sisters of Perpetual Indulgence“ verwendeten Drag und religiöse Symbole um auf sich auf dem Festival aufmerksam zu machen um damit dann ein Bewusstsein für LGBT-Zwecke zu erzielen und Spenden einzutreiben.

Auch die Befreiung von Bekleidung wurde als politisches und modisches Statement gesehen – Körperbemalung und -schmuck waren die Go-Tos freizügiger Besucher. Body Paint – auch gerne im dunklen leuchtend – wurde immer aufwendiger und und eklektischer.

Um die 2000er waren im Dunkeln leuchtende Accessoires weit verbreitet aber auch weiße Kleider, die nach dem Event leicht braun waren, erwiesen sich als Favorit vieler Besucher des Burning Man. Mohawks und Glatzen zierten die Köpfe der Festivalfans und Make-Up in allen Farben und Ausführungen machte auf die Gesichter von Frauen und Männern aufmerksam.

In dem letzten Jahrzehnt wurde die Kostümierung zirkushafter, während Besucher auf Schutzbrillen und Tücher im Gesicht griffen, um sich vor Sandstürmen in der Wüste zu bewahren.
Faux Fur, Federn, Bandanas und Fransen sind genauso Burning Man Staples wie Einhorn-Hörner, Booty-Shorts und Body Glitter. Bunte und futuristische Looks lassen sich überall blicken und verwandeln die Stadt in eine Dystopie, die fernab von sozialen Normen und gesellschaftlichen Konventionen liegt.

Für den Burning Man gibt es keinen einen geschlechterorientierten Styleguide, den man befolgen sollte – man hat die Chance seiner Kreativität absoluten freien Lauf zu lassen und sich richtig auszutoben. Auf dem Burning Man gibt es kein „Hot or Not“ und keine Best und Worst Dressed Listen. Und bei Unsicherheiten kann immer gerne Hommage an das aller erste Burning Man Festival geboten werden – mit schlichten Jeans, Overalls und T-Shirts.

Dieses Jahr findet der Burning Man vom 26. August bis zum 03. September unter dem Motto „I,Robot“ statt. Tickets sind heiß begehrt – man musste sich bereits im Januar des Jahres dafür anmelden und stolze tausend Dollar dafür blechen – momentan werden von den offiziellen Burning Man Organisatoren Tauschprogramme angeboten, die an festen Daten stattfinden. Mit etwas Glück hast du also auch die Chance, dabei zu sein.

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