Vintage Fashion oder Second Hand?

Spätestens seit Anna Wintour ein Model in einer 5 USD alten Jeans auf das Cover der amerikanischen Vogue setzte, bedeutet der Begriff Second Hand weit mehr als nur “alte, ungewollte Ware”. Gebrauchte Kleidungsstücke erzählen Geschichten, verleihen dem Outfit Charakter und sind weit mehr als günstiger Schnickschnack: Mittlerweile schaffen es Vintage Stücke sogar in die Haute Couture! Siehe John Gallianos erste Kollektion für Maison Margiela, in der er Schmuck und allerlei Klimbim vom Flohmarkt für das rote Hochzeitskleid als Drapage verwertete.

Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Second Hand und Vintage? Oft würfeln wir diese beiden Begriffe wild durcheinander, auch wenn wir ein bestimmtes Bild dazu im Kopf haben: Alt, gebraucht und doch individuell.

Second Hand Mode

“Preloved” ist ein Begriff, der oft im Zusammenhang mit Second Hand Mode fällt – um zu beschreiben, dass etwas von einem Vorbesitzer übernommen wurde. Wenn wir von Second Hand Mode sprechen, dann meinen wir – wie der Name schon sagt – Kleidungsstücke, Accessoires oder Schuhe welche bereits gebraucht sind. Wir unterscheiden hierbei nicht, ob es sich um ein exklusives Markenteil handelt, aus den 30er Jahren stammt oder im letzten Jahr bei H&M erworben wurde. Kurz gefasst: Ist ein Kleidungsstück gebraucht, getragen, benutzt, dann ist Second Hand.

Vintage

Bei der Bezeichnung Vintage wird es etwas konkreter. Kleidungsstücke, Accessoires oder Möbel sind Vintage, wenn sie für den Stil einer bestimmten Epoche stehen. Oft geht es hierbei um Kleidung, die aus den Jahren zwischen 1930 und 1970 stammt.
Eine für eine bestimmte Epoche typische Handtasche ist also Vintage. Die gesteppte Chanel 2.55 ist ein Vintage-Stück. Der Smoking für die Frau von Yves Saint Laurent ist Vintage. Die H&M Jeans von letztem Jahr – auch wenn sie gebraucht ist – ist Second Hand.

Vintage Mode muss aber nicht unbedingt auch gleich bedeuten, dass etwas bereits getragen wurde. Viele Designer kreieren Mode im Vintage-Stil. Hierbei werden die Hauptmerkmale eines bestimmten Kleidungsstückes einer bestimmten Epoche aufgegriffen und mit modernen Elementen vermischt. So wird zum Beispiel ein charakteristischer Schnitt oder ein besonders markantes Muster aus einer vergangenen Mode-Epoche auf ein modernes Kleidungsstück übertragen und so im Grunde etwas völlig Neues geschaffen. Die SS16 Kollektion von Gucci zeigt Retro-Muster alter Tapeten und nerdige Hornbrillen.

Neben der Bekleidung, bei der alte Elemente dafür sorgen, dass nagelneue Kleidung als Vintage bezeichnet werden kann, gibt es noch eine weitere Kategorie für neue Vintage-Mode. Hierbei handelt es sich um Kleidung, die durch bestimmte Herstellungsprozesse künstlich auf alt getrimmt wird. Das beste Beispiel sind hier destroyed Jeans, welche mit Absicht so bearbeitet werden, dass sie ausgewaschen und ausgefranst aussehen.

Generell wird der Begriff Vintage im Sprachgebrauch häufiger verwendet als Second Hand. Vintage klingt zugegebenermaßen charmanter.

“Wo hast du das denn gekauft?” – “Es ist Vintage aus London.”, ist eine deutliche Aufwertung des Kleidungsstückes. Oft stecken stundenlange Internetrecherchen oder Stöbern in Second Hand Läden hinter unseren Vintage-Käufen. Wir sind stolz auf unsere Fundstücke, da sie nicht überall zu haben sind. Noch dazu kommt, dass in früheren Epochen viel mehr Wert auf die Qualität der Kleidung gelegt wurde als heute – wo oftmals eher die Quantität im Vordergrund steht.

Vielleicht kann man Vintage mit Wein vergleichen – je älter, desto hochwertiger und begehrenswerter.

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