Im Interview mit der Interiorbloggerin Melanie Kuglitsch

Name: Melanie Kuglitsch
Beruf: Fotografin & Interior Bloggerin
Wohnort: Wien
Blog: Wienerwohnsinn
Instagram: wienerwohnsinn
Facebook: wienerwohnsinn

Erst einmal wollen wir dir gratulieren! Laut dem Verlag Callwey gehörst du zu den 15 besten Interior-Bloggern des Jahres und hast den „Best of Interior Blogs“ Award erhalten. Glückwunsch! Das Buch dazu – „Wohnideen aus dem wahren Leben“, wurde am 12. September veröffentlicht. Hättest du mit diesem Erfolg gerechnet und wie gehst du damit um?

Danke vielmals für die lieben Worte! 

Um ehrlich zu sein, habe ich nicht damit gerechnet. Der Blog ist aus einer Leidenschaft heraus entstanden und ich habe immer das gemacht, was mir Spaß macht: zu fotografieren, zu inspirieren und zu bloggen. Irgendwie hat sich dann eine Art Eigendynamik entwickelt und plötzlich war ich nominiert für den Best of Interior Blog Award und gewann den österreichischen Bloggeraward in der Kategorie „Wohnen & Lidfestyle“:

Das sind wirklich wunderschöne Auszeichnungen die ich sehr zu schätzen weiß und ich bin dankbar, dass mein Blog so gut ankommt bei den Lesern, ohne die das nie möglich gewesen wäre!

Wann war für dich klar, dass du einen Blog starten möchtest? Hast du ein paar Tipps wie man einen Interiorblog am besten aufbaut und auf was man achten sollte?

ch habe wie bereits erwähnt aus einer Leidenschaft heraus begonnen zu bloggen. Damals waren noch nicht viele Blogger im Web zu finden. Es gab eine Handvoll deutschsprachiger Blogs, die meisten waren jedoch aus Skandinavien. Anfangs hatte ich mehr über DIY und Nähen gebloggt, weniger über Design und Interior. Das hat sich mit der Zeit von selbst entwickelt. Die Interessen verändern sich und man merkt auch was den Leser wirklich interessiert. Bei mir ist es eine Mischung aus Design, Tipps & Tricks wie man am besten dieses und jenes dekoriert, sowie Veränderungen in meinem eigenen Zuhause, eine Brise Privates und viel Inspiration. 

Heutzutage tut man sich bestimmt leichter, weil es sehr viele Blogs gibt von denen man sich für das Projekt „eigener Blog“ inspirieren lassen kann. So hat man die Möglichkeit für sich das von jedem einzelnen raus zu picken, was für einen selbst am besten funktioniert.

Welche Vorstellungen hattest du anfangs von der Arbeit als Interior-Bloggerin? Welche Vorstellungen haben sich bewährt, welche gewandelt?

lso anfangs war es just for fun und man hat sich gefreut wenn eine Firma einem was „gratis“ zur Verfügung stellte. Ich hatte eigentlich nie eine Vorstellung wie das Leben als Blogger so wäre, da ich ja wirklich da reinrutschte und es sich Stück für Stück entwickelte.
amals war ich auch noch im Mutterschutz mit meiner zweiten Tochter zu Hause, und danach in Teilzeit, hatte also mehr Zeit für die einzelnen Blogpostings. Dann wurde der Blog größer, immer mehr Firmen meldeten sich, ich begann für die Arbeit etwas zu verlangen. Damit stieg der Druck gut zu sein und perfekte Arbeit abzuliefern und plötzlich war es nicht mehr nur Passion und ein reines Hobby. Ich selbst kann nicht davon leben, ich wusste wenn ich es müsste, dann wär der Blog ein fulltime Job. Aus Angst, es könnten mir die
Inspirationen und Ideen ausgehen, möchte ich nicht nur vom Blog leben und sage daher recht viel Kooperationsanfragen ab. 

Das, was ich unterschätzt habe ist definitiv die administrative Arbeit. All die Mails die täglich reinkommen nehmen sehr viel Zeit in Anspruch, manchmal mehr als mir lieb ist. :)

Dein typischer Tagesablauf gestaltet sich wie? Wie viel Zeit steckst du pro Tag in deinen Blog? Wie viel Zeit braucht es denn in der Realität bis ein „end-shot“ steht?

Ich starte meist gleich nach dem Frühstück, wenn das Licht schön und die Wohnung hell ist mit der Vorbereitung für das Posting. Da wird alles dekoriert, ins rechte Licht gerückt, der Bügelwäschekorb in die Ecke verbannt :) 

Wenn die Idee für ein Posting steht und ich alles hergerichtet habe, geht das Fotografieren sehr fix. Ich schaue, dass ich schon beim Fotografieren die Einstellungen perfekt habe, damit ich im Photoshop nicht mehr soviel Zeit benötige. Was am längsten dauert ist die Erstellung des Textes und die Suchmaschinenoptimierung. In Summe benötige ich hierfür an die 4-5 Stunden insgesamt.

An postingfreien Tagen sind es so an die 1,5 Stunden wenn ich konsequent bin. Sobald ich einen Tag keine Mails lese, brauche ich die doppelte Zeit.

Wie hat sich das Ansehen der Online-Journalisten deiner Meinung nach in den letzten Jahren verändert und was hat zu dieser Veränderung beigetragen?

Onlinejournalisten haben eine großen Einfluss auf den Kunden, die Leser orientieren sich mehr nach einer „Privatperson“ als an das, was in einem Magazin zu sehen ist. Die meisten der Blogger zeigen ja auch, was sie zu Hause haben, wie sie selbst wohnen. Ich persönlich fühle mich von einer privaten Wohnung die schön dekoriert ist mehr angesprochen als von einem inszenierten Setting eines Magazins. Auch auf die Kaufentscheidung bezogen.

Manche Blogger „verkaufen“ sich aber auch zunehmend an Firmen, posten plötzlich Sachen, die nicht zum ihrem Blog passen. Ich denke es muss eine ausgewogene Balance haben. Der Leser liest den Blog weil er den Mensch dahinter und dessen Art zu schreiben mag. Wenn man dann als Leser plötzlich nur mehr vorgefertigte Texte zu lesen bekommt und fremdes Bildmaterial im Feed erscheint, dann hat man schneller einen Leser verloren als einem lieb ist. Nichtsdestotrotz muss das jeder Blogger für sich selbst entscheiden wie er seinen Blog gestaltet.

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Welche Einrichtungsstile sind im Kommen? Und welcher ist dein persönlicher Favorit?

Im Moment ist alles metallische wie Kupfer, Gold und Messing vor allem in Kombination mit Marmor nach wie vor enVouge, neu dazu gekommen ist Samt. Ich habe längst einen Beitrag darüber verfasst. Samt neu interpretiert. Vom Stil her wird es wieder opulenter, bei den Farben als auch bei den Materialien. Die extreme Reduziertheit hat ausgedient. Mich freut es sehr zu sehen, dass wieder mehr Farbe in die 4-Wände der Menschen einzieht. So sehr ich den skandinavischen Style liebe, so satt habe ich diesen Einheitsbrei mittlerweile. Die Individualität bleibt meiner Meinung nach auf der Strecke.

Vintage Interior – Was magst du an Secondhand-Möbeln und welche Bedeutung haben sie für dich?

Vintagemöbel sind wie das Salz in der Suppe. Wohl dosiert machen sie die Einrichtung zu einem perfekt gewürzten Mix. Wenn es doch zuviel des Guten ist, sieht es sehr schnell altbacken aus und man sieht sich schnell daran satt. Ich bin immer auf der Suche nach Accessoires und Kleinmöbeln, denn diese machen die Einrichtung zu etwas Besonderem!

Hast du ein Lieblingsvintage-Piece?

Eine alte Bauernbank von einem Bauernhof. Ich habe sie mal bei einem Gebrauchtwagen Onlineportal gefunden und für kleines Geld erstanden. Momentan dient sie als Sitzbank bei uns am Küchentisch, eine zeitlang stand sie vor dem Bett als Kissenablage und bald wird sie die „Schuhanziehbank“ im Vorraum sein. Ich liebe Möbel, die multifunktional sind. :)

Gibt es neue aufregende Projekte, die bei dir anstehen?

Da ich gerade wieder mal umgezogen bin, ist mein ganzes Zuhause nach wie vor ein spannendes Großprojekt. Wir haben uns zwar mittlerweile halbwegs eingerichtet, aber die richtigen Wandfarben und dazu passenden Accessoires fehlen mir noch. Es bleibt in den kommenden Monaten also spannend. :)

Welche Nachhaltigkeitstrends siehst Du gerade in der Interior Branche? Nachhaltigkeit ist auch immer eine Preisfrage. Läuft der Trend für den Konsumenten eher darauf hinaus, auf den Preis oder mehr auf das Design/die Nachhaltigkeit zu achten?

Ich denke ein nachhaltiges Wohnen beginnt schon mal damit, dass man Energie spart. Strom zu sparen trägt enorm zu einem nachhaltigerem Leben bei. Elektronische Geräte mit einer guten Energieeffizienzklasse usw..

Bei Textilien wie Kissen und Bettwäsche gibt es schon viele Marken, die organische Baumwolle anbieten. Nachhaltige produzierte Kleinmöbel wie Lampen aus Papier oder recyceltem Metall sehen nicht minder stylish und modern aus. Bei nachhaltig produzieren Möbeln muss man klar schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Wenn man aber bedenkt, dass zum Beispiel ein Sideboard eine Investition für eine sehr lange Zeit ist, dann relativiert sich das. Letzten Endes sorgt es für ein gutes Gefühl zu wissen, dass Mitarbeiter einen fairen Lohn für ihre Arbeit erhalten, die Transportwege kurz sind und das Holz aus der Region aus ökologischem Anbau ist.

Womit belohnst du dich nach einem erfolgreichen Arbeitstag?

Die Füße auf meiner kuscheligen Samtcouch hochlegen, eine feine Tasse Tee schlürfen und einem guten Jazzsound lauschen, das holt mich schnell vom stressigen Alltag runter.

Deine Top 3: Welchen anderen Interior-Bloggern sollten wir bei Instagram folgen? Lässt du dich auch von anderen inspirieren?

Na klar, aber sowas von! Ich liebe Interiorblogs und lasse mich wahnsinnig gern von ihnen inspirieren, leider hab ich nicht mehr so viel Zeit mich diesen zu widmen, was natürlich etwas Schade ist.

Meine drei Favourites ( schwer sich nur für 3 zu entscheiden ) sind:

1.Avenue Lifestyle 
2.My Scandinavian Home
3.Coco Lapine Design

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