So gehts: Mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Wir haben Tipps für dich zusammengestellt, wie du mehr Nachhaltigkeit in deinen Alltag einbauen kannst. 

Tipp 1: Ungetragene oder ungeliebte Kleidung verkaufen 

Seien wir mal ehrlich: Wie viele unserer Klamotten hängen fast ungetragen in unserem Schrank? Entweder waren sie ein Fehlkauf oder der eigene Stil hat sich im Laufe der Zeit geändert. Doch wohin mit den Stücken, die noch so gut wie neu sind? Tatsächlich gibt es neben den traditionellen Second-Hand-Läden noch viele weitere Möglichkeiten, deine Kleidung zu verkaufen, beispielsweise bei einem unserer zahlreichen Partnershops wie momox, Kleiderkreisel oder Vestiaire Collective. Deine Wahl hängt davon ab, was du verkaufen möchtest oder wie viel Zeit du investieren möchtest. Mehr Infos findest du hier.

Außerdem bleibt der Kreislauf erhalten, bei dem gut erhaltene Kleidungsstücke nicht weggeworfen, sondern weitergegeben werden. Damit tust du nicht nur etwas Gutes für die Umwelt, du verdienst sogar noch Geld dabei. Flohmärkte sind auch der perfekte Anlass, um den Kleiderschrank auszumisten – meisten fällt eine geringe Standgebühr (20-30€) an und du wirst direkt auf einmal  alles los.  

Bei der Gelegenheit kannst du direkt selbst nach neuen Schnäppchen schauen. Denn sowohl auf Flohmärkten als auch bei unseren Partnershops findest du ausgefallene Kleidungsstücke, die nicht jeder hat. So wird dein Stil individueller und zugleich nachhaltiger. Gebrauchte Kleidung ist meistens günstiger als Neuware – zu den Ausnahmen zählen teuere Designerpieces, wie Gucci & co. So kannst du gebraucht oft günstige Schnäppchen ergattern und zahlst Fast Fashion Preise! 

Tipp 2: Eigene Tragetasche mitnehmen

Um mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit und den Plastikkonsum zu schaffen,  gibt es in zahlreichen Geschäften keine Plastiktüten mehr oder nur noch gegen Entgelt (10-20 cent pro Tüte). Aller Anfang ist schwer, aber indem du auf die tägliche Plastiktüte im Supermarkt verzichtest, tust du Gutes für die Umwelt. Außerdem gibt es zahlreiche Alternativen wie zum Beispiel Jutebeutel, faltbare Tragetaschen oder Netztaschen, die Plastiktüten alt aussehen lassen. Wenn sich der Kauf von Plastiktüten doch einmal vermeiden lässt, so gilt wenigstens: wiederverwenden.

Tipp 3: Wenn schon Plastik, dann recycelt

Laut Greenpeace besteht 60% der Kleidung aus Polyester, sprich Plastik. Insbesondere Fast Fashion Mode besteht größtenteils aus Plastik, nur so kann Mode so billig verkauft werden. Leider ist dies den Käufern nicht bewusst, denn das Etikett enthält oft kryptische Wörter, wie Polyester, Polyamid, Acryl oder Nylon, die dem Endkunden oft nichts sagen.Insbesondere Sport- und Badekleidung besteht zum größten Teil aus Kunststoff, denn die trocknen schnell und der Schweiß beim Workout wird schnell abtransportiert.

Deswegen bedeutet nachhaltig shoppen, Etiketten ausreichend zu prüfen und sich zu informieren. Wenn du dich entscheidest, Kleidung aus Kunststoff zu kaufen, achte beim Kauf darauf, dass die Textilien aus recyceltem Plastik hergestellt werden. Modelabels wie Diesel, Adidas oder GREEN SHIRTS werben sogar damit, ihre Materialien aus recycelten Plastikflaschen herzustellen. 

Beachte bitte auch, dass sich Mikroplastik aus deiner Kleidung löst, wenn du sie wäschst. Um dem entgegenzuwirken, gibt es spezielle Waschbeutel, die verhindern, dass die Kleidung Mikropartikel ins Abwasser abgibt.

 WICHTIG: Altkleidung aus Kunststoffen sollte nicht einfach im Restmüll landen, denn dort wird sie schlichtweg verbrannt. Es gibt Kleiderketten, die Altkleidung sammeln und wiederverwenden. Aus alter Kleidung neue herzustellen ist jedoch weitaus schwieriger, als es sich anhört. Denn viele Stoffe bestehen aus Mischfasern, die schlecht zu trennen sind. Aus diesem Grund werden lediglich Putzlappen aus alten Kleidungsstücken hergestellt. Diese landen letztendlich jedoch auch auf der Müllhalde.

Tipp 4: Qualität statt Quantität

Mode wird immer günstiger. Doch leider bedeutet das zum einen, dass die Näherinnen im Ausland aller Wahrscheinlichkeit nach sehr wenig mit ihrer Arbeit verdienen und zum anderen bestätigt sich hier das Sprichwort: Was günstig ist, ist auch nichts wert. Und so haben wir es bei Kleidung mit dem gleichen Problem zu tun wie bei Lebensmitteln: Sie ist zur Wegwerfware verkommen. Oft ist die Qualität günstiger T-Shirts so schlecht, dass sie schon nach kurzer Zeit Löcher bekommen oder bei Schuhen die Nähte aufgehen. Doch statt sich in kurzen Zeitabständen neue zu kaufen, solltest du direkt beim Kauf auf die Qualität der Produkte achten. Natürlich ist der regelmäßige Neukauf genau das, was die Industrie von uns möchte, denn das kurbelt die Wirtschaft an. Der enorme Ressourcen Verbrauch schadet jedoch unserem Planeten. Die Qualität und Langlebigkeit unserer Waren ist viel wichtiger als die Quantität. Dazu gehört auch unser Konsumverhalten bei elektronischen Geräten wie Smartphones. Doch wie Greenpeace in dem Report „Konsumkollaps durch Fast Fashion“ formuliert: „Die Trends von heute sind der Müll von morgen.“ Würde die Lebensdauer vieler Textilien statt gerade mal einem Jahr, zwei Jahre betragen, dann könnte man bereits 24 % der CO2-Emissionen reduzieren. Deswegen lieber Second-Hand kaufen und Kleidung ein neues Zuhause geben. So füllst du deinen Kleiderschrank nachhaltig und tust sogar noch etwas Gutes für die Umwelt.

Tipp 5: Bewusster einkaufen

Bevor du in Zukunft ein Kleidungsstück kaufst, solltest du dir immer diese vier Fragen stellen: 

Wie kann ich es kombinieren? 

Ist es zeitlos und wird es mir dauerhaft gefallen? 

Aus welchen Materialien ist es gefertigt? 

Ist die Qualität hochwertig, sodass es mir länger als ein Jahr erhalten bleibt? 

Tipp 6: Upcycling und Kleidertausch

Upcycling ist eine der effektivsten Methoden, um Müll zu vermeiden. Manche Modelabels arbeiten daher mit NGOs zusammen, um gemeinsam gegen den Plastikmüll im Ozean anzugehen. Eine Kooperation besteht beispielsweise darin, dass der gesamte Plastikmüll, der von der NGO an Küsten aufgelesen wird, in Textilien aus Kunststoff wandert und dadurch wiederverwertet wird. Aus alten Schlafsäcken und Bettdecken werden neuerdings Daunenjacken produziert und auch Jeans können inzwischen aus recycelter Baumwolle, Bio-Baumwolle und Post-Consumer-Denim hergestellt werden.
Wenn auch du dazu beitragen möchtest, die Kleiderflut einzudämmen, dann denke doch mal über die Idee nach, einen Teil deiner Klamotten mit Freunden zu tauschen. Denn das ist auch eine Möglichkeit, um ein bisschen Abwechslung im Kleiderschrank zu erhalten.

Tipp 7: Fair Fashion statt Fast Fashion

Im Zuge der Globalisierung ist es heutzutage günstiger in vielen verschiedenen Ländern zu produzieren und die Transportkosten in Kauf zu nehmen, als alles in einem Land zu fertigen. Baumwolle, die in Indien gepflückt wurde, wird in China gewebt, auf den Philippinen gefärbt und in Thailand oder Bangladesch genäht. Die Preisschilder und Labels werden in Osteuropa angebracht. Alles in allem kommt so manches Kleidungsstück durchaus auf 18.000 Kilometer, die es durch die Welt transportiert wurde, bevor es in Deutschland über die Ladentheke wandert. Was die einzelnen Arbeiter letztendlich vom Verkaufspreis erhalten, ist verschwindend gering und reicht oft nicht, um die eigene Familie zu versorgen. Nicht selten müssen daher auch Kinder mitarbeiten. Fehlende Arbeits- und Gesundheitsstandards, schlechte Bezahlung sowie 16-Stunden-Tage gehören in den Billigproduktionsländern zur Tagesordnung.

Sozial verträglich produzierte Kleidung – sogenannte Fair Fashion erkennst du an folgenden Kennzeichnungen: 

IVN ist ein Qualitätssiegel für Produkte, die nach strengen Richtlinien produziert und kontrolliert wurden. Das Siegel existiert sowohl für NATURTEXTILIEN als auch für NATURLEDER. Zudem gibt es das Siegel Global Organic Textile Standard (GOTS), das weltweilt Umwelt- und Sozialverträglichkeit garantiert.
Das Fairtrade-Siegel weist darauf hin, dass Fairtrade-Baumwolle verwendet wurde. Außerdem fördert der dahinterstehende Verein „TransFair“ benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika und verbessert durch den fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Auf der Seite ecotopten findest du Unternehmen, die vor allem Outdoorbekleidung aus umweltfreundlich produzierten Textilien anbieten, welche meist auch fair gefertigt wurden.

Erkundige dich beim Firmencheck 2019, welche Marken bzw. Kleiderketten wirklich fair bezahlen.

Die internationale Clean Clothes Campaign informiert über Textilunternehmen, die sich einer sozialen Produktion verschrieben haben und setzt sich für fairen Handel ein.

FairWertung ist ein Zusammenschluss gemeinnütziger Altkleidersammler in Deutschland. Alte Kleidung, die in einem Container von FairWertung gesammelt wird, unterstützt direkt oder indirekt soziale Zwecke!

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat seit 9. September 2019 das nachhaltige Siegel Der Grüne Knopf eingeführt. Insgesamt müssen 46 anspruchsvolle Sozial- und Umweltkriterien eingehalten werden.
Hauptpunkte sind: 

Zahlung von Mindestlöhnen

Einhaltung von geregelten Arbeitszeiten

Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit

Verbot gefährlicher Chemikalien und Weichmacher

Unabhängige Prüfung, ob alle Kriterien eingehalten werden

 

12 Fair-Fashion-Labels und ihre Schwerpunkte

ARMEDANGELS

zeitloses Design

nachhaltige Materialien 

faire Produktionsbedingungen

People Tree

arbeitet kollaborativ mit Fair Trade Handwerkern und Bauern in Entwicklungsländern zusammen

faire Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Produktionsländern 

Jan’n June

Transparenz durch eine nachvollziehbare Produktionskette 

Bidges & Sons

faire, nachhaltige und vegane Kleidung 

produziert wird in Deutschland und weiteren Ländern zu fairen Bedingungen

GOTS und Fairtrade zertifiziert 

Thinking Mu

Färbung der Stoffe ohne giftige Chemikalien 

Two Thirds

verpflichtet sich zu nachhaltiger Handwerksarbeit 

Dedicated

Bio-Baumwolle und Fairtrade-Siegel

bietet einen Einblick in die Produktionsstätten in Indien und China   

Everlane

Materialien, die ohne Umweltverschmutzung auskommen

Transparenz bei der Herstellung: es wird offengelegt, wie der Preis eines Teils zustande kommt und in welchen Fabriken produziert wird 

Treches

Jedes Teil wird in einem Atelier in Berlin designed und genäht

Stoffe kommen aus der Türkei und Portugal

MELAWEAR

fair produzierte, vegane Sneaker, Rucksäcke und Streetwear

Wiederbelebt

nimmt industrielle Überschussware und Restbestände von Textilunternehmen aus Baden-Württemberg und macht daraus neue Kleidung

Kollektionen werden zu 100% in Stuttgart gefertigt und sind streng limitiert. Statt Massenware geht es um die Wertigkeit von Kleidung 

 

patagonia

spendet einen festen Betrag seines Gewinns an Umweltorganisationen

ruft dazu auf, nur das zu kaufen, was man wirklich braucht

setzt sich dafür ein, gebrauchte Produkte ihrer Marke kostenlos zu reparieren und so länger nutzbar zu machen

Fazit:

Nachhaltiges Modebewusstsein bedeutet zuallererst, seinen eigenen Konsum zu reduzieren. Kaufe insgesamt weniger und achte beim Shopping auf Qualitätsmerkmale und -siegel. Dazu gehört es, Produkte von Herstellern auszuwählen, die sich verpflichten, einen Mindestlohn zu bezahlen sowie Sozialstandards in den Produktionsländern einzuhalten. Außerdem kannst du erst einmal in Second-Hand-Läden oder auf Flohmärkten schauen. Damit förderst du den langlebigen Kleiderkreislauf und gehst aktiv gegen Überproduktion vor. Denn je mehr Neuware konsumiert wird, desto mehr wird auch von der Industrie produziert. 

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